Selfpublishing

Klassischer Verlag versus Selfpublishing

Zwei Jahre ein Buch schreiben, ein Jahr lang bei über 20 Verlagen bewerben, endlich eine Zusage bekommen, fast ein Jahr lang mit dem Verlag an Inhalt und Cover basteln. Puh, hat das gedauert, doch die Freude ist groß. Dann aber nach wenigen Monaten liegen die eigenen Bücher als Remittenden (angebliches Mängelexemplar, obwohl völlig intakt) in Grabbelkisten, für 3,99 Euro – und dann nichts mehr. Wer möchte so ein Szenario? Noch schlimmer: Wer versucht das Buch zu bestellen findet: „vergriffen“. Der Verlag hat offenbar kein Interesse mehr daran, das Buch in Zukunft noch zu verlegen, gibt aber die Rechte nicht zurück. Man würde es nun gern selbst herausgeben, aber darf es nicht. Selbst mit Literaturwettbewerben ist es so eine Sache. Manchmal bekommt man erst ein Jahr nach Einsenden die frohe Botschaft, dass die Geschichte genommen wurde. Noch ist man stolz darauf. Unter über 1000 Geschichten sind nur 30 ausgewählt worden und die eigene Geschichte ist dabei, aber dann weiteres Warten und schließlich nach Monaten welch ein Schock: Merkwürdiges Format, kitschiges Cover, seltsame Zusammenstellung... Muss es also immer ganz nach alter Schule ein honoriger Verlag oder ein fremder Herausgeber sein? Wir finden: nein. Wer selbst publiziert, kann entscheiden, wann das Buch erscheint, wie es aussieht, wie lange es auf dem Markt bleibt und wie es beworben wird. Das ist echte Freiheit und oft auch der nachhaltigere Weg.

Bücher bewerben mit 3 x T:

Teaser, Trailer und Tutorials

Selfpublishern wird viel geraten. Sie sollen sich angeblich auf Facebook, Twitter, Whatsapp tummeln und zahlreiche Literatur- und Leserforen mit ihren Texten, Kommentaren und Rezensionen beglücken. Das kann leicht so zeitaufwändig werden, dass man zu nichts anderem mehr kommt, schon gar nicht zum Schreiben. Darum haben wir uns entschlossen, Prioritäten zu setzen und nur das als Werbemittel zu nutzen, was wir auch selbst und privat nutzen: YouTube. Mit Buchteasern, Buchtrailern und Tutorials lassen sich Bücher wunderbar bewerben und vorstellen. Doch was ist der Unterschied zwischen den Dreien?

Teaser dauern oft nur eine halbe bis zwei Minuten, sind eher Anreißer oder Appetitmacher, vermitteln eher nur Genrezugehörigkeit und Atmosphäre, statt Überblick über Inhalt und Plot. Es muss nicht einmal ein Film sein. Cover, animierte Elemente, Musik und Schlagworte reichen aus, um einen Teaser zu erstellen.

Trailer dauern oft circa 3 bis 7 Minuten und sollten über Genre/Textart hinaus die Grundidee vermitteln, also mindestens die Orientierung geben, die ein Klappentext gibt. Darüber hinaus sollte gerne eine Originalpassage aus dem Buch vorkommen, sei es eine Erzähler- oder Figurentextpassage, aus dem Off gelesen oder ein Dialog von mehreren Sprechern. Diese Originalpassage wird eher nach Aspekt Atmosphäre und Stil ausgesucht. Möglich ist ein gedrehter Film, ein Animationsfilm oder geschickt zusammengeschnittene Bilder.

Tutorial Besonders für Sachbücher oder Romane mit historischen, biographischen, philosophischen, politischen oder anderen fachspezifischen Inhalten, bieten sich eventuell Tutorials an. Sie dauern bis zu zehn Minuten. Über Orientierung, Genre/Textart hinaus, sollte es hier ganz klar darum gehen, Wissen zu einem Thema zu vermitteln. Im Sinne von: Was ist ein...? Wie fertige ich ein ...? Wie löse ich dieses oder jenes Problem? Wenn Zuschauer eines Tutorials finden, dass etwas gut erklärt wurde und ihre Frage beantwortet oder zum Teil beantwortet ist, kaufen sie vielleicht auch das beworbene Buch.

Trailtorial Etwas, das wir (oder vielleicht auch schon andere) erfunden haben – eine Mischung aus Trailer und Tutorial. Das bedeutet Orientierung über Textart, Atmosphäre und Einblick in ein Wissen. Aus alten Tapetenbüchern klebten wir vier Filmsets, zeichneten zahlreiche Figuren, scannten die Sets und die Figuren ein, fügten in einem Bildbearbeitungsprogramm Beleuchtung hinzu und brachten mittels Animationssoftware die Figuren und Elemente in Bewegung. Zuletzt fügten wir dem Film die Dialoge und Geräusche in einem weiteren Programm hinzu. Für welche Methode Ihr Euch entscheidet, um Eure eigenen Bücher zu bewerben, bleibt Euch selbst überlassen. Nur eine kleine Warnung: Rechnet viel mehr Zeit für den Dreh ein als erwartet. Mit weniger als zehn Stunden für einen Teaser, 15 bis 20 Stunden für einen Trailer wird wohl niemand davonkommen.

Hier als Beispiel unser Trailtorial zum Autorenexpress, Dauer 7 Minuten und 27 Sekunden:


Film direkt auf YouTube sehen: Hier klicken!